35. Mecklenburger Körtage: Glamdale I WP- und Conthargos-Söhne sind die Sieger bei der Reitpferdekörung
35. Mecklenburger Körtage. Insgesamt 100 Hengsten bewertet
Glamdale I WP- und Conthargos-Söhne sind die Sieger bei der Reitpferdekörung. Das Lot der 36 Dressurhengste begeisterte ganz besonders.
Der 2. Teil der 35. Mecklenburger Körtage war den Reitpferdehengsten vorbehalten. Auch dieser Teil der Körung war wie bei der Ponykörung von Witterungsverhältnissen begleitet, die die Exterieur-Beurteilung auf dem Pflaster neben der Abreithalle problemlos zuließen. Die Reithalle war für die weiteren Musterungen seitens der Mitarbeiter der Verbandsgeschäftsstelle und ihrer Helfer sehr dekorativ gestaltet. Die vorgegebene Zeiteinteilung wurde minutiös eingehalten.
Die Körkommission hatte zum Erstaune einiger Aussteller ei n völlig neues Gesicht. Nach Jahrzehnten als Körkommissar war auch Jörg Weinhold nicht dabei. Zuchtleiterin Karoline Gehring fiel während der Ponykörung durch Krankheit aus. Für sie sprang Armin Spierling ein, der zugleich die Leitung übernahm. Hinzugekommen ist Holsteins Zuchtleiter a.D., Dr. Thomas Nissen, der die Zuchtkritik für die Prämienhengsten übernahm. Jörg Kotenbeutel, Dressurreiter Ronald Lüders und Springreiter Thomas Kleis gehörten wie bisher zur Kommission.
Diese hatte von den 74 im Körkatalog verzeichneten Hengsten 60 zu bewerten. 2024 waren es 76. Einige Hengste waren inzwischen bereits verkauft. Einer wurde nach dem Messen nicht weiter vorgestellt. Somit wurden bei den 35. Mecklenburger Körtagen, inklusive der Ponys und Kaltblüter, 100 Hengste bewertet (Vorjahr 103). Die gestiegene Zahl an Ponys hat somit den Rückgang der Reitpferde ausgeglichen.
Die Aspiranten der Reitpferdekörung setzten sich aus 36 dressurbetont gezogenen und 24 springbetonten Hengsten zusammen. Darunter waren Oldenburger mit 18, Mecklenburger und Hannoveraner mit je 11 am häufigsten vertreten. Je sechs Oldenburger Springpferde und Westfalen waren dabei. Insgesamt setzte sich das Körlot aus Hengsten von neun Zuchtverbänden zusammen.
Insgesamt 43 Hengste erhielten ein positives Körurteil. Das entspricht einem Anteil von 71,7 Prozent und gleicht fast dem der Ponykörung zwei Tage zuvor, als die Quote 72,5 Prozent betrug. Vergleicht man die Qualität der Dressur- mit den Springhengsten, schlägt das Pendel mit 77,8 Prozent gekörter deutlich in Richtung Dressurhengste aus. Bei den Springhengsten beträgt die Körquote 65,2 Prozent. Dieses Ergebnis belegt die besondere Qualität der Dressurhengste. Prämiert wurden insgesamt 18 Reitpferdehengste (12 Dressur- und 6 Spring-Aspiraten). „Wir sahen einen Spitzenjahrgang und eine außerordentlich hohe Qualität an Dressurhengsten“, begann Dr. Thomas Nissen seine Zuchtkritik.
Dressursieger verkörpert das Zuchtziel in idealer Weise
Bei den Dressurhengsten gab es in diesem Jahr eine Neuerung. Erstmals wurde für sie das Freispringen komplett gestrichen. Eine logische Konsequenz aus der Entwicklung und Spezialisierung in der Pferdezucht.
Den Körsieger bei den Dressurhengsten unter den 12 prämierten herauszufinden „war nicht schwer“, so die Einschätzung von Jörg Weinhold, der das Geschehen verfolgte. In der Tat gab es mit der Katalog-Nummer 26, einem 166cm großen lackschwarzen Oldenburger, einen geradezu überragenden Hengst. Der Sohn des Westfalen Glamdale I WP aus der Filia Aurica von Foundation x Donnerhall x Argentan, den Lothar Ackermann in Aurich gezogen hat, glänzte von seinem ersten Auftritt an in ganz besonderer Weise. Der Name Galant, den er tragen soll, drückt viel von seiner Qualität aus. „Der Hengst verkörpert mit drei hervorragenden Grundgangarten und seinem nicht zu überbietenden Typ das Zuchtziel in idealer Weise, da passt einfach alles“, so die Beschreibung von Dr. Thomas Nissen. Aussteller ist die Paul Schockemöhle Pferdehaltung GmbH in Kombination mit der Morningstar GmbH & Co. KG aus Bonn.
Zum 1. Reservesieger kürte die Kommission die Katalog-Nummer 6, ein 166cm großer Hannoveraner von Dynamic Dream aus der Doubless von Dancier x Worldly x Wendenburg, der ebenfalls von der Paul Schockemöhle Pferdehaltung GmbH ausgestellt wurde. Züchter des braunen Hengstes ist Carolin Kapp aus Clüversborstel/NS. „Ein ganz moderner Sportler, der ebenfalls ganz nahe am Optimum liegt“, so Dr. Nissen.
Der 2. Reservesieger (Kat.Nr. 39) hat ein westfälisches Papier und ist ein 169cm großer Dunkelfuchs von Total Diamond PS aus der Fiorina von Fürst Wilhelm x Ehrentusch x Rivellino xx. Volker Kückelhaus aus dem sauerländischen Nachrodt-Wiblingwerde ist Züchter. Der seit vielen Jahren erfolgreiche Züchter stellte ihn zusammen mit seinem Sohn Lukas auch aus. Lukas, der zusammen mit Patrick Berger eine ganze Reihe von Hengsten als Vorführer brillant vorstellte, präsentierte am Donnerstag bei der Ponykörung bereits den Siegerhengst aus der Zucht seines Vaters. „Totilas hat den Hengst mit seinem großen Rahmen gestempelt. Ein drahtiger Sportler mit besonderen Höhepunkten im Trab und Galopp“ (Dr. Nissen).
Die weiteren neun Dressur-Prämienhengste wurden nicht rangiert, wenngleich sie in der Reihenfolge ihrer Körnoten zur Prämierung erschienen. Sie sollen an dieser Stelle in der Reihenfolge ihrer Katalog-Nummern vorgestellt werden.
Kat.Nr. 12, 170cm großer Oldenburger Rappe von Escanto PS aus der Secret Zone PS von Secret x Zonik x Sir Donnerhall I (Z.u.A. Gestüt Lewitz).
Kat.Nr. 13, 165cm großer Oldenburger Fuchs von Escanto PS aus der Vitaline PS von Vitalis x Hotline x Classiker (Z.u.A.: Gestüt Lewitz).
Kat.Nr. 23, 165cm großer Oldenburger Rappe von Fürst Toto aus der Great Charming Girl PS von Grey Flanell x Grey Flanell x Charmeur x Sandro Hit (Z.u.A.: Gestüt Lewitz).
Kat.Nr. 24, 172cm großer brauner Westfale von Fynch Hatton aus der Reidun von Millennium/T. x Cadeau/T. x Benz/T. (Z.: Dipl.-Kffr. Hedda Ottmann-Droege, Düsseldorf; A.: Heinrich Ramsbrock, Menslage/NS)
Kat.Nr. 28, 165cm großer Oldenburger Dunkelfuchs von McLaren aus der Kolonja von Bordeaux x Di Versacve x Figaro (Z.: Louise Nieuwenhuis-Tilstra, Veeningen/NL; A.: BG Teichert, Wildeshausen/NS).
Kat.Nr. 38, 170cm großer Hannoveraner Fuchs von Thiago aus der Rico’s Deneres von Rassolini x Benvenuto x Rubinstein I (Z.: Rico Sahlke, Bahrenborstel/NS; A.: Dressage Horses – Christian Heinrich GmbH, Staffhorst/NS).
Kat.Nr. 40, 168cm großer Oldenburger Dunkelbrauner von Totilas aus der My Diva PS von Morricone I x Sir Donnerhall I x Diamond Hit (Z.u.A.: Gestüt Lewitz).
Kat.Nr. 43, 166cm großer Oldenburger Brauner von Va Bene aus der Fine Gesina PS von Foundation x Sir Donnerhall I x Don Schufro (Z.u.A.: Gestüt Lewitz).
Kat.Nr. 45, 173cm großer Oldenburger Dunkelfuchs von Vitalis aus der Lyra von For Romance I x Lauris Crusador XX x World Cup I (Z.: Beate u. Berthold Schmidt, Herleshausen/HE; A.: Heinrich Ramsbrock, Menslage/NS).
Als bester Dressurhengst mit Mecklenburger Papieren wurde die Katalog-Nummer 15 geehrte. Ein 170cm großer dunkelbrauner Hengst von Estobar NRW aus der Staatsprämienstute Minka von Millennium/T. x D’Olympic x Astor. Züchter und Aussteller des typvollen Hengstes mit drei hervorragenden Grundgangarten sind Eberhard & Marianne Mahncke aus Gotthun.
Springsieger glänzt mit Typ und Doppelveranlagung
Von den 24 vorgestellten Springhengsten wurde 15 gekört und sechs prämiert. Das Freispringen verlief unter Leitung von Michale Nagel und Enrico Finck erneut vorbildlich. Nicht eine einzige Stange ist am Samstagnachmittag gefallen. Das hat natürlich vor allem mit der Springqualität der Hengste zu tun. Dennoch sind die angepassten Abstände in der Sprungreihe und das sachkundige agieren der Mannschaft, wenn sich die Pferde in der Sprungreihe befinden, von großer Bedeutung.
Sieger wurde ein Hengst, der von seiner Bewegungsveranlagung auch ins Dressurlot gepasst hätte. Dabei ist die Genetik mit Conthargos als Vater und mit der Mutter Lordana B, die über Lordanos x Quattro B x Pik Trumpf gezogen ist, eindeutig springgeprägt. Das 171cm große Oldenburger Springpferd in dunkelbrauner Jacke mit der Katalog-Nummer 59 glänzte zudem mit brillantem Typ. Am Sprung zunächst etwas übermotiviert und hastig, kam das Talent bei den höheren Sprüngen mit guter Technik deutlich zum Tragen. „Eine ideale Kombination aus Typ, Bewegung und Springveranlagung“, beschrieb Dr. Thomas Nissen den Hengst. Das herrliche Gesicht betonte er nochmal besonders. Gezogen wurde er bei Cinzia Beyer in Zizers (Schweiz). Ausgestellt wurde der Hengst von Viktor Esselin und seinem Unternehmen Esselin Sporthoses aus Lastrup.
Der 1. Reservesieg ging nach Emsbüren an den Zuchthof von Rene Tebbel. Er präsentierte mit der Katalog-Nummer 60 ein 165cm großes Zangersheide Reitpferd. Der bunte Fuchs stammt ebenfalls vom Elitehengst Conthargos ab, der im Gestüt Lewitz ganz viele springveranlagte Nachkommen hinterlassen hat, auch mit Mecklenburger Papieren. Mutter ist die Balou de Regor DM Z von Balou du Rouet x Kannan x Cento. Das Springen war überragend, evtl. das Beste was bei der Körung zu sehen war. „Ein Hengst mit überragender Sportlichkeit und Dynamik in der Bewegung, der auch am Sprung sehr konzentriert war“ lautet die Zuchtkritik von Dr. Nissen.
Der 2. Reservesieger (Kat.Nr. 56), ist ein weiteres 168cm großes Oldenburger Springpferd. Das Gestüt Lewitz ist Züchter und Aussteller des braunen Hengstes, der den vor kurzem von der Zuchtbühne abgetretene Schimmel Chacoon Blue zum Vater hat. Auch in diesem Hengst sind über Mutter Conthina die Gene von Conthargos enthalten. Im fallenden Stamm stehen Armitage und Baloubet du Rouet im Pedigree. Auch dieser Hengst hat am Sprung alles gezeigt was sich Springreiter wünschen. „Mit idealem Reitpferderahmen und bestem Typ ausgestattet, ist der großzügige Galopp besonders hervorzuheben“, so Dr. Nissen. Damit kommen acht der insgesamt 18 Prämienhengste aus dem Hause Schockemöhle.
Die weiteren drei Prämienhengste wurden nicht rangiert. Die Aufzählung deshalb auch in der Reihenfolge der Katalog-Nummern.
Kat.Nr. 69, 167cm großer Zangersheide Fuchs von Emerald van het Ruytershof aus der Unicabelle van’t Roosakker Z von Uricas van de Kattevennen x Comme il faut NRW x Rubens du Ri d’Asse (Z.: Field Horse Breeding/NL; A.: Zuchthof Tebbel, Emsbüren). Damit sind beide präsentierten Hengste von Rene Tebbel prämiert worden.
Kat.Nr. 72, 162cm großer Mecklenburger Schimmel von Maverik aus der Columbine von Cellestial x Capriol x Mistral II (Z.u.A.: Schmidt/Schmidt GbR, Werder.
Kat.Nr. 74, 171cm großer Hannoveraner Dunkelfuchs von Valensky aus der Quinta von Qualito I x Iberio x Foxhunter (Z.u.A.: ZG Deegen, Langendorf/NS).
Den besten Mecklenburger Springhengst stellte Matthias Wandschneider aus Lützow als Züchter aus. Der dunkelbraune 164cm große Sohn von Congress stammt aus der Stute Barcelona von Brantzau x Catoki x Landgraf I. Der gekörte Hengst präsentierte gute Springtechnik und ließ viel Springvermögen erkennen. Rundherum ein schicker Hengst und toller Sportler.
12-06-Ergebnis Reitpferdekörung
Ein Mecklenburger Hengst bezieht eine Beschälerbox in Redefin
Ein Hengst soll noch erwähnt werden, der nach Auffassung Außenstehender auch ein würdiger Prämienhengst gewesen wäre. Die Rede ist vom 165cm großen braunen Mecklenburger von Coeur de Bella Donna aus der Cosma von Corrido x Calypso I x Liguster den die Hasselmann GbR in Anklam gezogen hat. Ausgestellt wurde der gekörte Hengst, den Körkommissar Armin Spierling als einen der besten am Sprung bezeichnete, bei Antonius Johanngieseker aus Verl. Wie am Ende der Körung zu hören war, bleibt er den Mecklenburger Züchtern erhalten, auch wenn er nicht prämiert wurde und wird eine Beschälerbox im Landgestüt Redefin beziehen.
Es ist guter Brauch geworden, dass das Körbüro, das in diesem Jahr in der alleinigen Verantwortung von Birca Roos lag, weil ihre Kollegin Heike Fischer nach einer Hüft-Operation noch nicht wieder im Dienst ist, einen Aussteller ehrt, der die erforderlichen Unterlagen in besonderer Weise komplett und rechtzeitig vorlegt. Diese Ehrung ging in diesem Jahr an Mario Abresch von der MYP Beteiligungs GmbH, wenn sein Vivaldos-Sohn aus dem Springlot auch nicht gekört wurde.
Die Verlags GmbH aus Stuttgart, die die Zeitschrift Züchterforum herausgibt, mit der Claus Schridde in Verbindung steht, der die Moderation der Körtage in Redefin wieder mit ganz vielen Hintergrundinformationen übernommen hat, zeichnet seit vielen Jahren eine Person aus, die bei der Vorführung von Hengsten besonders positiv auffiel. Diese Ehrung, die mit einem Scheck in Höhe von 300 Euro verbunden ist, ging in diesem Jahr an den Mecklenburger Rocco Henning aus Sternfeld.
Am Ende der drei Körtage sei allen Beteiligten, die die 35. Mecklenburger Körtage im Landgestüt Redefin wieder zu einem züchterischen Highlight und Erlebnis gemacht haben, herzlich gedankt. Dank vor allem auch an das Team um Michael Nagel und Enrico Finck, das für einen reibungslosen Ablauf beim Freilaufen und Freispringen gesorgt hat. Dazu gehörten in diesem Jahr neben den Genannten Julian Sass, Jens Maaß, Emma Luise Paul, Christian Krause, Max Kirchner, Robert Kühl und Tilo Horn. (Text: Franz Wego)
35. Mecklenburger Körtage im Landgestüt Redefin: Reitponyhengst von Gold Edition D WE wurde Körsieger der Ponykörung
Redefin – Ponykörung: Reitponyhengst von Gold Edition D WE wurde Körsieger
Die 35. Mecklenburger Körtage im Landgestüt Redefin begannen am 4. Dezember mit einem Rekord-Auftriebsergebnis bei den Ponys.
Seit vielen Jahren wird bei den Mecklenburger Körtagen, in diesem Jahr die 35. seit Gründung des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern (VPMV) im Jahre 1990, die Pony- mit der Reitpferdekörung gekoppelt. Im ersten Jahr 1990 wurden die Ponyhengste noch in der großen Reithalle in Dummerstorf gekört.
Die Ponys eröffneten quasi die Körtage. Und sie warteten in diesem Jahr mit einem Rekord auf. Erstmals wurden 40 Hengste zur Körung vorgestellt. Im vorigen Jahr waren es noch 27. Die hohe Zahl ist ein erneuter Beweis dafür, welches Ansehen der Körplatz Redefin genießt. Was bei den Reitpferdezüchtern und -ausstellern schon seit Jahren unbestritten ist, greift nun zusehends auch bei den Züchtern und Ausstellern der Ponyrassen.
Bei annehmbarem Wetter begann die Körung mit der Exterieur-Beurteilung auf dem Pflaster vor der Abreithalle. Pünktlich um 11 Uhr ging es in die große Halle zum Freilaufen, Freispringen und nach jeweiligen Schrittringen zur Ergebnisbekanntgabe. Diese war durch die Mitarbeiter der Verbandsgeschäftsstelle wieder sehr dekorativ gestaltet. Im Körbüro hatte Birca Roos die buchstäblichen Fäden in der Hand. Auffallend viele Besucher verfolgten in diesem Jahr die Aktionen der Hengste und die Arbeit der Körkommission unter Leitung von Verbands-Zuchtleiterin Karoline Gehring. Ihr zur Seite in der Kommission standen Jörg Kotenbeuten (Neustadt-Dosse) und Armin Spierling (Neuenkirchen-Leist). Die Kommission wurde von Rassevertretern beraten. Für die sieben Shetlandponys war das Gisbert Koch, für die vier Welsh Ponys Tim Dallmann. 21 Deutsche Reitponys bildeten das Groß des Körlots, für die Patricia von Mirbach die Kommission beriet. Für die vier Lewitzer und die mit jeweils einem Hengst vertretenen Haflinger, Fjordpferde, Rheinisch Deutschen Kaltblüter und Schleswieger Kaltblüter nahm Eckhard Büsch beratend neben der Kommission Platz.
Das Körergebnis spiegelt die Qualität der vorgestellten Hengste wider. Und dass, obwohl es für Ponys, Kleinpferde und Kaltblüter im VPMV, im Gegensatz zu den Reitpferden, keine Vorauswahlen gibt. Von den insgesamt 40 Hengsten die der Kommission zur Bewertung vorgestellt wurden, erhielten 29 ein positiver Körurteil. Das entspricht einem Anteil von 72,5 Prozent. Verglichen mit früheren Jahren ein Traumergebnis. Von den sieben Shetlandponys, darunter drei Minis, wurden sechs gekört. Von den vier Welsh-Hengsten zwei. Beide Kaltbluthengste und der Fjordpferdhengst wurden gekört. Von den 21 Deutschen Reitponys körte die Kommission 14.
Neun Hengst wurde prämiert. Drei Shetlandponys, darunter zwei Minis, ein Welsh Mountainpony, vier Deutsche Reitponys und ein Lewitzer. Zum Körsieger rief die Kommission den 148 cm großen Reitponyhengst von Gold Edition D WE aus. Ein Braunisabell, der mit Esperada (v. Escolar x Fürst Piccolo x Florestan I) eine rheinische Reitpferde-Mutter hat. Und das kam bei der Vorstellung deutlich zum Tragen. Vater ist der Bundeschampionatsfinalist Gold Edition D WE. Volker Kückelhaus aus Nachrodt-Wiblingwerde im Sauerland ist Züchter und Aussteller. Bruder Lucas, ein aktiver Reiter, der die Pferdezucht, auch mit hochklassigen Reitpferden, zusammen mit seinem Bruder betreibt, hat ihn präsentiert. Der bewegungsstarke Hengst, der kaum Exterieurmängel aufweist, war auch am Sprung der auffallendste Hengst der Körung.
Der Reservesieg ging nach Ostfriesland. Ein sehr nobler Lewitzer, der „schöner kaum zu malen ist“ (O-Ton Jörg Kotenbeutel) wurde Reservesieger, den Wolter von der Pütten aus Südbrookmerland bei Aurich ausgestellt hat. Peter Müller aus Neu Kaliß hat den 139 cm großen Braun-Schecken mit dem Leistungshengst Vito aus der Perle von Pythagoras x Peter I x Panter gezogen. Mit hervorragenden Grundgangarten aufwartend, präsentierte er auch am Sprung beste Technik.
Die übrigen Prämienhengste wurden nicht rangiert. Mini-Shetlandpony Enjoy von den Alleegärten, Fuchsweißisabell vom Bundesprämien und Elitehengst Elmhorst Elliot stellten die Züchter Rainer & Susanne Kohl aus Brüel bei Sternberg aus. Sie haben ihn mit ihrer Bundesprämien- und Staatsprämienstute Dayah von den Alleegärten (v. Elmhorst Irish Coffee) gezogen. Prämiert wurde auch das Mini-Shetlandpony Grisu vom Haselbusch. Züchter und Ausstellerin ist Andrea Otte aus Hohne (Kr. Celle) in Niedersachsen. Sie hat den Fuchs-Schecken mit Golden Nugget vom Haselbusch aus einer Gustav B x Briar Desmond-Mutter gezogen.
Zwei tolle Shetlandponyhengste, die beide gekört wurden, stellte Willi Scheuvens aus Viersen (Regierungsbezirk Düsseldorf) als Züchter aus. Prämiert wurde Kemo von der Waldesruh, den er mit dem Leistungshengst Kenzo Liebas aus seiner Bundesprämien, Staatsprämien- und Leistungsstute Sonja von der Waldesruh von Sieger van Vries gezogen hat. Andrea Emmerich aus dem brandenburgischen Plattenburg hat den 120cm großen Welsh Mountain Hengst Moorweg Lord ausgestellt, der ebenfalls prämiert wurde. Manfred Matulla hat den recht bunten Fuchs mit Leybucht Landon WE aus einer Gramblin Echo x Weston Mr. Model-Mutter gezogen.
Neben dem Sieger wurden drei weitere Deutsche Reitponys prämiert. Jasmin Gerdes aus Dötlingen (Landkreis Oldenburg) präsentierte gleich zwei von ihnen. Als Züchterin den 142cm großen Dunkelfuchs Double B Day. Ein Sohn des Double Delight aus der Leistungsstute Rieemaars Cècelisa vom Prämienhengst Caramel WE x FS Dior de Luxe. Als Ausstellerin war sie auch mit einem Reitpony aus der Zucht von Silke Nelles aus Nienborstel bei Rendsburg vertreten der prämiert wurde und den Namen Coqueto trägt. Vater des 144cm großen Braunisabell ist der Bundesprämienhengst DSP Cosmo Royale, Mutte die Chayenne Monn von FS Champion de Luxe x FS Don’t Worry. Neunter im Lot der prämierten Hengste ist ein 146cm großer Fuchsisabell, den Michael Helmes aus Cappeln im Oldenburger Land als Züchter ausstellte. Vater ist der Leistungshengst Genesis BL, Mutter die Dreiklang K vom Bundesprämienhengst Ombré x FS Champion de Luxe.
Eine tolle Arbeit leistete auch das Freispringteam und Leitung von Michael Nagel (Gadebusch) und Enrico Finck (Zehlendorf). Nicht zuletzt ihrem fachlichen Können und Blick ist es zu verdanken, dass nur eine einzige Stange fiel. (Text Franz Wego)
Verabschiedung von Frau Stelljes aus dem Landgestüt Redefin
Wir möchten Sie darüber informieren, dass Frau Kirsten Stelljes, bisher verantwortlich für den Fachbereich Bau- und Liegenschaftsverwaltung, das Landgestüt Redefin zum 30.11.2025 im Rahmen einer organisatorischen Umstrukturierung verlassen hat. Frau Stelljes bleibt weiterhin im Landesdienst und setzt ihre Tätigkeit in einer anderen Dienststelle fort.
Wir danken Frau Stelljes herzlich für ihre langjährige und engagierte Arbeit in unserem Hause und wünschen ihr für ihre neue Aufgabe alles Gute und viel Erfolg.
Berufsinformationstag der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) am Landgestüt Redefin – Einblicke in den Traumberuf Pferdewirt/in
Redefin, 22.09.2025
Das Landgestüt Redefin, als größter Ausbildungsbetrieb im Land, setzt sich seit Jahren intensiv für die Förderung junger Menschen im Beruf Pferdewirt/in ein. In diesem Rahmen fand kürzlich der Berufsinformationstag der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR) statt – eine Veranstaltung, die in enger Zusammenarbeit mit der Landesreit- und Fahrschule Mecklenburg-Vorpommern vielseitige Einblicke in den Beruf des Pferdewirts bzw. der Pferdewirtin ermöglichte.
Ziel des Tages war es, interessierten Jugendlichen und ihren Eltern Informationen über die theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalte, die verschiedenen Fachrichtungen sowie die vielfältigen beruflichen Perspektiven zu vermitteln. Dabei standen vor allem der direkte Austausch und die persönliche Beratung im Vordergrund.
In zahlreichen Gesprächen informierten Vertreterinnen und Vertreter der BBR, der zuständigen Stelle für Berufsausbildung, der Berufsschulen sowie erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder umfassend über Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungswege und mögliche Karrierepfade. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten so die Gelegenheit, ihre individuellen Fragen zu klären und wertvolle Hinweise für ihren persönlichen Berufsweg zu erhalten.
Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung war die praxisorientierte Komponente: Unter fachkundiger Anleitung konnten die Jugendlichen beim Vorreiten oder Vormustern eines Pferdes ihr reiterliches Können unter Beweis stellen. Dieser praktische Teil ist von großer Bedeutung, denn wer hierbei überzeugt, erhält eine Empfehlung zur Teilnahme am offiziellen Eignungstest an der Deutschen Reitschule in Warendorf. Der nächste Test findet am 8. und 9. November statt und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Ausbildung im Pferdeberuf dar.
Das große Interesse und die engagierte Teilnahme der Jugendlichen zeigten erneut, wie entscheidend fundierte Beratung und praxisnahe Angebote für eine sichere und bewusste Berufsentscheidung sind. Das Landgestüt Redefin freut sich, mit der Unterstützung solcher Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung leisten zu können – und junge Menschen für den vielseitigen und verantwortungsvollen Beruf des Pferdewirts zu begeistern.
Foto: (c) Landgestüt Redefin (v.l.n.r.: Frau Hermann (BBR), Herr Engelke-Wilk (Landgestüt Redefin), Herr Thieme (Disziplintrainer Dressur M-V), © Landgestüt Redefin)
Backhaus und Peters besuchen Generalprobe der Pferdetage
Am 06./07. und 14.September finden auf dem Landgestüt Redefin die Pferdetage 2025 mit großer Hengstparade und buntem Rahmenprogramm statt. Zur gestrigen Generalprobe besuchte Agrarminister Dr. Till Backhaus das Gestüt und begrüßte auch den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Daniel Peters sowie dessen Kollegen Thomas Diener und Wolfgang Waldmüller.
„Ich bin Herrn Peters dankbar für sein Bekenntnis zum Landgestüt. Er konnte sich heute ein gutes Bild von der Einzigartigkeit des Gestütes und der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen. Für die Pferdetage, ein Event für die ganze Familie, gibt es übrigens noch Restkarten“, so Backhaus, der fortfährt:
„Es freut mich sehr, dass die CDU-Fraktion ebenso wie die Landesregierung vom Landgestüt als Zentrum der Pferdezucht, des Pferdesports, der Ausbildung und Qualifizierung und Kultur überzeugt ist und sich für dessen Erhalt einsetzen will. Ebenso eint uns die Erkenntnis, dass organisatorische und strukturelle Veränderungen sowie eine Schärfung des Konzepts notwendig sind, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Diese Entwicklung ist nur mit Partnern aus der Privatwirtschaft zu stemmen. Deswegen schauen wir gemeinsam mit großen Erwartungen auf das nun gestartete Interessenbekundungsverfahren für einen neunen Betreiber und freuen uns auf kreative Ideen und Konzepte, die das Landgestüt weiter voranbringen werden. Dabei ist es mir wichtig zu betonen, dass das Gestüt weiterhin im Besitz des Landes bleiben wird. Eine Privatisierung steht nicht zur Debatte.“
CDU-Fraktionschef Daniel Peters ergänzt:
„Das Landgestüt Redefin schaut auf eine stolze Geschichte als historisches Ensemble und bedeutsamer Ort der Pferdezucht und des Pferdesports. Vor Ort konnte ich mich mit meinen Landtagskollegen Thomas Diener und Wolfgang Waldmüller vom hohen Engagement und der Kompetenz der Mitarbeiter überzeugen. Ich danke dem zuständigen Minister für die persönliche Begleitung des Termins.
Für meine CDU-Fraktion steht eindeutig fest, dass das Gestüt erhalten bleiben muss. Das eindrucksvolle Ensemble und die Expertise der Mitarbeiter sind dabei Grundpfeiler einer zukünftigen Ausrichtung mit hohem Entwicklungspotential. Genau dieses Potential muss weiter gehoben werden, um den weiter steigenden Einsatz von Steuermitteln deutlich zu reduzieren, so wie es das erklärte politische Ziel ist.
Eine Kooperation mit Partnern, wie sie im Hotel- und Gastronomiebereich schon jetzt erfolgt, ist aus meiner Sicht ein sinnvoller Ansatz, um das Gestüt erfolgreich weiterzuentwickeln. Als konstruktive Oppositionskraft werden wir diesen Prozess weiter aufgeschlossen und kritisch begleiten.“
Pressemitteilung in PDF Form:
214+-+Backhaus+und+Peters+besuchen+Generalprobe+der+Pferdetage+in+Redefin
Ausschreibung neuer Betreiber für das Landgestüt Redefin
Das Land Mecklenburg-Vorpommern strebt für das traditionsreiche Landgestüt Redefin ein neues Betreibermodell an, um den Standort wirtschaftlicher aufzustellen und gleichzeitig als öffentliches Kulturgut zu erhalten.
Gesucht wird ein engagierter Betreiber, der das kulturhistorische Ensemble in enger Abstimmung mit dem Land in eine tragfähige Zukunft führt. Der Charakter Redefins als Zentrum der Pferdezucht, des Pferdesports, der Ausbildung und Qualifizierung und Kultur soll erhalten, der Bereich Tourismus gezielt entwickelt werden.
Mit dem angestrebten Betreiberwechsel geht es nicht um den Verkauf des Landgestütes. Es bleibt im Eigentum des Landes.
Das Interessenbekundungsverfahren findet im Zeitraum vom 01.09.2025 bis 15.10.2025 statt.
Eine detaillierte Beschreibung des Ausschreibungsobjektes, einschließlich aller betriebsinternen Daten (due diligence) und weitere Informationen zum Ausschreibungs- und Auswahlverfahren werden Interessenten in einem hierfür eingerichteten passwortgeschützten Datenraum zur Verfügung gestellt, nachdem sie sich im Rahmen eines Letter of Intent verpflichtet haben, die ihnen bereitgestellten Daten vertraulich zu behandeln.
Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsführung des Landgestütes.
Kontakt
Landgestüt Redefin – Wirtschaftsbetrieb des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Matthias Munz
Geschäftsführer (Interims-Manager)
Betriebsgelände 1, 19230 Redefin
Mobil: +49 0151 72128337
E-Mail: munz@landgestuet-redefin.de
Landgestüt Redefin: Matthias Munz übernimmt Interimsgeschäftsführung
Das Landgestüt Redefin erhält eine neue Interimsgeschäftsführung. Herr Matthias Munz übernimmt ab dem 13. August 2025 die Leitung des Gestüts, bis eine dauerhafte Neubesetzung der Geschäftsführung im Zuge der geplanten Neuausrichtung erfolgt.
Die Bestellung war erforderlich, da die bisherige kommissarische Geschäftsführerin aus gesundheitlichen Gründen ihre Aufgaben nicht weiter wahrnehmen kann. Bei der Vergabe des Dienstleistungsauftrages hatte sich Herr Munz nicht nur wegen des wirtschaftlichsten Angebotes durchgesetzt. Herr Munz verfügt auch über umfassende Erfahrung in der Führung von Organisationen, konnte bereits erfolgreiche Tätigkeiten im Interimsmanagement nachweisen. Zudem besitzt auch detaillierte Kenntnis des Landgestüts Redefin sowie seiner Strukturen. Herr Munz hatte das Gestüt nämlich bereits in den vergangenen Monaten bei der strategischen Neuausrichtung beraten.
„Mit Herrn Munz gewinnen wir für die Übergangszeit eine Führungspersönlichkeit, die die besonderen Anforderungen des Landgestüts kennt und die anstehenden Aufgaben mit Erfahrung, Tatkraft und Augenmaß angehen wird“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Er wird den Betrieb in einer wichtigen Phase stabil führen und die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung schaffen.“
Das Landgestüt Redefin bleibt während der Übergangsphase uneingeschränkt geöffnet. Veranstaltungen, Ausbildungsangebote und der laufende Betrieb werden wie geplant fortgeführt.
Pressemitteilung als PDF:
202+-+Matthias+Munz+übernimmt+Interimsgeschäftsführung+in+Redefin
Landgestüt Redefin: Land weist Vorwürfe aus Petition zurück
Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern weist die in einer aktuellen Petition erhobenen Vorwürfe zur geplanten Weiterentwicklung des Landgestüts Redefin zurück. Ziel des laufenden Prozesses ist es, den traditionsreichen Standort wirtschaftlich stabil aufzustellen und zugleich seine öffentlichen Aufgaben zu sichern. Ein Verkauf des Ensembles steht nicht zur Debatte.
Bedeutung für Region und Menschen im Fokus
Minister Dr. Till Backhaus betont in diesem Zusammenhang: „Ich bin dem Landgestüt seit über 50 Jahren eng verhaftet und nehme die Petition und die darin geäußerte Kritik sehr ernst. Sie zeigt die große Verbundenheit vieler Bürgerinnen und Bürger mit dem Landgestüt Redefin – als Ort der Ausbildung und Qualifizierung im Bereich der Pferdezucht und des Pferdesports.“
Backhaus würdigt den Standort zudem als einen der schönsten, sich im Betrieb befindlichen denkmalgeschützten Anlagen Mecklenburg-Vorpommerns. „Das Landgestüt trägt maßgeblich zur regionalen Identität bei und genießt zugleich national und international Ansehen. Jährlich besuchen zwischen 80.000 und 100.000 Gäste die historische Anlage. Diese Bedeutung werden wir nicht aufs Spiel setzen“, versicherte er weiter.
Herausforderungen erfordern Weiterentwicklung
Gleichzeitig steht das Landgestüt vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Der aktuelle Landesbetrieb erwirtschaftet jährlich rund 1,8 Millionen Euro operativen Verlust – insbesondere in Kernbereichen wie der Reit- und Fahrschule, der Deckstation sowie der Hengsthaltung und dem Verkauf. Hinzu kommen eine angespannte Personalsituation, zu optimierende Verwaltungsprozesse und wiederkehrender baulicher Sanierungsbedarf.
Minister kündigt Dialogforum mit Petenten an
„Vor diesem Hintergrund gilt es gute Lösungen für das Gestüt und die Mitarbeitenden zu finden. Eine Petition ist ein zulässiges Instrument, um seine Stimme zu erheben; zur Lösungsfindung selbst trägt sie aber noch nicht bei. Wer mich kennt, weiß, dass ich jederzeit bereit, in konstruktive Gespräche zu gehen und gute Ideen einfließen zu lassen. Deshalb werde ich in Kürze ein Dialogforum mit den Petenten einberufen lassen“, kündigte Minister Backhaus an.
Alternatives Betreibermodell wird ergebnisoffen geprüft
Im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens wird aktuell geprüft, inwieweit ein alternatives Betreibermodell geeignet ist, das Gestüt wirtschaftlich stabiler aufzustellen und gleichzeitig die öffentlichen Interessen zu wahren. Dazu zählen unter anderem die Fortführung der Hengsthaltung, der Zucht und des Sports sowie der Ausbildung. Das Verfahren wird entsprechende Anforderungen an mögliche Betreiber enthalten.
Transparenter und sorgfältiger Prozess
„Das Verfahren ist vollständig ergebnisoffen und wird mit größter Sorgfalt geführt“, betonte Minister Backhaus und sicherte der Belegschaft eine transparente Kommunikation zu.
Pressemitteilung als PDF zum Download:
Landgestüt Redefin: Land strebt alternatives Betreibermodell an
Landgestüt Redefin: Land strebt alternatives Betreibermodell an
Das Kabinett Mecklenburg-Vorpommerns hat dem Vorschlag des Landwirtschaftsministeriums zugestimmt, für das Landgestüt Redefin ein alternatives Betreibermodell zu prüfen. Das Land wird Eigentümer des kulturhistorischen Ensembles bleiben. Ziel ist es, das Gestüt wirtschaftlich stabil aufzustellen und zugleich als Kulturgut von öffentlichem Interesse zu erhalten. Minister Dr. Till Backhaus hat die Pläne heute im Rahmen einer Personalversammlung vor Ort in Redefin vorgestellt.
„Der Schritt hin zu einem anderen Betreibermodell ist notwendig. Eine Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der bestehenden Strukturen und Prozesse hat gezeigt, dass tragfähige Lösungen erforderlich sind, um die Potenziale des Standortes dauerhaft zu sichern“, sagte Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.
Der jährliche Zuschussbedarf für das Landgestüt Redefin liegt derzeit bei rund 1,7 Millionen Euro – „das entspricht etwa einem Euro pro Einwohner hier im Land, was ich für ein Kulturdenkmal dieses Formates grundsätzlich gerechtfertigt finde“, sagte Backhaus und verwies auf andere bedeutsame Kulturstandorte, wie das Schweriner Schloss, die ebenfalls mit öffentlichen Mitteln erhalten werden.
„Kulturstandorte sind immer ein Zuschussgeschäft. Die Frage ist daher nicht, ob Kulturstandorte Geld kosten – sondern ob wir bereit sind, diese Kosten auch in Zukunft zu tragen und verantwortungsvoll zu gestalten. Bisher hat die Landesregierung auch über Parteigrenzen hinweg zu Redefin gestanden. Fakt ist aber auch, dass sich das Land in einer angespannten haushälterischen Lage befindet, die alle Ressorts zwingt, nachhaltige Einsparpotenziale zu erschließen“, sagte er weiter.
Das Ministerium hat daher ein Interessenbekundungsverfahren vorbereitet, um geeignete Betreiber zu finden, die den Übergang in eine neue Trägerschaft ermöglichen, ohne den Charakter Redefins als Ort des Pferdesports, der Pferdezucht, der Ausbildung und der Kultur aufs Spiel zu setzen. Dafür soll ein neuer Betreiber vertraglich zur Erfüllung öffentlicher Ziele verpflichtet werden.
Ein ausdrückliches Ziel ist es, die touristische Entwicklung des Standortes zu stärken und das Ensemble künftig noch stärker für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Redefin soll als lebendiger Ort der Begegnung, des Kulturerlebens und der regionalen Identität weiterentwickelt werden. Zu den weiteren Bedingungen zählt außerdem die sozialverträgliche Übernahme des Personals.
Das Interessenbekundungsverfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Das Ministerium sichert der Belegschaft dabei größtmögliche Transparenz zu: „Wir werden diesen Prozess verantwortungsvoll begleiten – mit Blick auf die Beschäftigten, die Region und die besondere Bedeutung, die Redefin für unser Land hat. Mein Haus wird sich als Partner der Mitarbeitenden verstehen – das ist für mich selbstverständlich“, erklärte Minister Backhaus abschließend.
Ponybesuch und Holzpferd für die DRK-Kita Sude-Frösche in Kuhstorf
Verein „Pferde für unsere Kinder e.V.“ und Landgestüt Redefin fördern frühkindliche Begegnungen mit dem Pferd
Redefin/Kuhstorf – Große Aufregung und leuchtende Kinderaugen in der DRK-Kita Sude-Frösche in Kuhstorf: Am Montag, den 21. Juli, erhielten die Kinder ein ganz besonderes Geschenk – ein liebevoll gestaltetes Holzpferd samt Lernkoffer. Überreicht wurde es von Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, gemeinsam mit Anja Schröter vom Verein Pferde für unsere Kinder e.V. und Daniel Wascher vom Landgestüt Redefin.
Das pädagogisch wertvolle Spiel- und Lernpaket hatte die Kita beim 2. Redefiner Kindertag am 1. Juni 2025 gewonnen. Am Aktionsstand des Vereins konnten sich Kinder für ihre jeweiligen Einrichtungen im Rahmen eines Gewinnspiels beteiligen – mit Erfolg für die „Sude-Frösche“.
Die Freude bei Kita-Leiterin Janine Rohde, ihrem Team und vor allem bei den Kindern war riesig, als das Holzpferd auf dem Außengelände der Kita übergeben wurde. Künftig wird es im Gruppenraum der Einrichtung einen festen Platz erhalten und dort täglich im Spiel- und Lernalltag zum Einsatz kommen.
Ein echter Höhepunkt war zudem der Besuch von Ponydame Paulinchen, die trotz Regenwetter neugierig begrüßt und liebevoll gestreichelt wurde. Minister Backhaus ließ es sich nicht nehmen, Paulinchen höchstpersönlich aus dem Anhänger zu führen und den Kindern vorzustellen.
Genau hier setzt auch die Arbeit des Vereins Pferde für unsere Kinder e.V. an: Ziel ist es, Kindern unabhängig von Herkunft und Wohnort erste, positive Erfahrungen mit dem Pferd zu ermöglichen – und so frühzeitig Impulse für eine nachhaltige Nachwuchsförderung im Pferdesport und im ländlichen Raum zu geben. Der überreichte Lernkoffer bietet kindgerecht aufbereitete Materialien rund ums Pferd – spielerisch, informativ und altersgerecht.
Das Landgestüt Redefin dankt dem Verein für die gute Zusammenarbeit. Auch 2026 soll die Initiative im Rahmen des Redefiner Kindertags fortgesetzt werden – für noch mehr glückliche Kinder und unvergessliche Pferdemomente.
(Fotos: Landgestüt Redefin, H. Timm)



